Inhaltsverzeichnis
Einrichtung eines Arbeitsplatzes
1. Grundlagen der Arbeitsplatzgestaltung
1.1 Was versteht man unter Arbeitsplatzgestaltung?
Unter Arbeitsplatzgestaltung versteht man die planmäßige Gestaltung des unmittelbaren Arbeitsumfeldes eines Beschäftigten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Arbeitsfläche und Schreibtisch
- Bürostuhl
- Bildschirm
- Tastatur und Maus
- Beleuchtung
- Raumtemperatur
- Luftqualität
- Lärm
- Bewegungsflächen
- Anordnung der Arbeitsmittel
- Arbeitsorganisation
Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz:
Zentraler Punkt ist die Gefährdungsbeurteilung! Physikalisch – Physisch – Psychisch
1.2 Ziele der Arbeitsplatzgestaltung
Ziele = Vermeidung von Unfällen, Erhaltung der Gesundheit.
Typische Gesundheitsrisiken sind:
- Rückenbeschwerden
- Nackenverspannungen
- Schulterbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Augenbeschwerden
- Ermüdung
1.3 Leistungsfähigkeit erhalten
Ein Arbeitsplatz soll so gestaltet sein, dass Beschäftigte ihre Aufgaben möglichst ermüdungsarm erledigen können.
Störende Faktoren wie:
- schlechte Beleuchtung
- Blendung
- unbequeme Sitzhaltung
- schlechte Luft
- unangemessene Raumtemperatur
- schlecht angeordnete Arbeitsmittel
- können die Arbeit erschweren.
2. Ergonomie
2.1 Was ist Ergonomie?
Der Begriff Ergonomie beschäftigt sich mit der Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen.
Ein zentraler Grundsatz lautet:
Nicht der Mensch soll sich dauerhaft an einen ungeeigneten Arbeitsplatz anpassen, sondern der Arbeitsplatz soll möglichst an den Menschen angepasst werden.
Dabei werden beispielsweise berücksichtigt:
- Körpergröße
- Körperhaltung
- Bewegungsabläufe
- Sehbedingungen
- Arbeitsaufgabe
- technische Arbeitsmittel
- Umgebungseinflüsse
Ergonomische Anforderungen spielen insbesondere bei Bildschirmarbeitsplätzen eine wichtige Rolle.
Die ASR A6 konkretisiert hierfür die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung.
2.2 Kriterien eines ergonomischen Arbeitsplatzes
Von einem ergonomischen Arbeitsplatz spricht man wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
Allgemein
- Lärmpegel max. 55dB
- Tageslicht & indirektes Licht
- Raumtemperatur 20 °C -22 °C
- Luftfeuchtigkeit 40% - 60%
- Fenstergröße mindestens 80 x 160 cm
Stuhl & Schreibtisch
- Lordosenstütze auf Lendenhöhe
- höhenverstellbar
- Knie im 90° Winkel einstellbar
- Füße berühren vollständig den Boden
Hardware Anordnung
- Monitor 50 -80 cm entfernt vom Kopf
- Monitor Größe mind. 24„
- Blick leicht nach unten zum Monitor
- Maus und Tastatur nah am Körper
3. Raumtemperatur
Für leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten – typisch für Büroarbeit – beträgt die Mindesttemperatur nach ASR A3.5 20 °C. Bei hohen Temperaturen gilt ein abgestuftes Vorgehen.
Die Raumtemperatur soll grundsätzlich 26 °C nicht überschreiten.
Bei höheren Temperaturen sind abhängig von den Umständen zusätzliche Schutzmaßnahmen vorgesehen; oberhalb von 30 °C werden weitergehende Maßnahmen erforderlich.
Mögliche Maßnahmen bei Hitze
- Sonnenschutz nutzen
- morgens lüften
- Wärmequellen reduzieren
- geeignete Getränke bereitstellen
- Arbeitszeiten organisatorisch anpassen
- technische Kühlmöglichkeiten prüfen
Über 35 °C: Der Raum ist ohne zusätzliche technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen (wie Hitzeschutzkleidung, Luftduschen oder zusätzliche Entwärmungspausen) nicht mehr als Arbeitsraum geeignet
4. Clean Desk
Was bedeutet Clean Desk?
Das Clean-Desk-Prinzip bedeutet, dass der Arbeitsplatz möglichst ordentlich und frei von unnötigen Unterlagen und Gegenständen gehalten wird.
Am Ende des Arbeitstages oder bei längerer Abwesenheit sollen insbesondere vertrauliche Informationen sicher aufbewahrt werden.
Ziele sind:
- bessere Übersicht
- effizienteres Arbeiten
- Schutz vertraulicher Daten
- Vermeidung von Informationsverlust
- professioneller Eindruck
- Verringerung von Ablenkungen
Clean Screen
Zum Clean-Desk-Prinzip gehört häufig auch das Clean-Screen-Prinzip.
Das bedeutet:
- Bildschirm bei Abwesenheit sperren
- keine Passwörter auf Notizzetteln am Monitor
- vertrauliche Dateien schließen
- sensible Informationen nicht für Unbefugte sichtbar lassen
Eine einfache Maßnahme ist die Bildschirmsperre beim Verlassen des Arbeitsplatzes.
5. Wichtige Merksätze
- Ergonomie bedeutet: Die Arbeit wird an den Menschen angepasst.
- Arbeitsplatzgestaltung umfasst Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung und Arbeitsorganisation.
- Ein guter Arbeitsplatz schützt Gesundheit und unterstützt die Leistungsfähigkeit.
- Stuhl und Tisch müssen aufeinander und auf die Person abgestimmt werden.
- Die Füße sollten einen sicheren Kontakt zum Boden haben.
- Der Blick zum Bildschirm ist leicht nach unten gerichtet.
- Als Orientierung gilt häufig ein Bildschirmabstand von 50 bis 80 cm.
- Tastatur und Maus sollten körpernah angeordnet sein.
- Tageslicht sollte möglichst von der Seite einfallen.
- Bei Büroarbeit beträgt die Mindesttemperatur für leichte sitzende Tätigkeiten 20 °C.
- Nicht stundenlang unbeweglich sitzen – Bewegung und Haltungswechsel gehören ebenfalls zur Ergonomie.