Büroformen und ihre Bedeutung für IT-Arbeitsplätze

1. Warum die Büroform wichtig ist

Die Gestaltung eines Arbeitsplatzes hängt nicht nur von Schreibtisch, Bürostuhl und Monitor ab. Auch die Büroformbeeinflusst die Arbeitsbedingungen erheblich.

Sie wirkt sich unter anderem aus auf:

  • Konzentration und Leistungsfähigkeit
  • Kommunikation und Zusammenarbeit
  • Lärm- und Störbelastung
  • Datenschutz und Vertraulichkeit
  • Flächenbedarf und Kosten
  • Ergonomie und Gesundheit
  • technische Ausstattung des Arbeitsplatzes

Gerade bei Bildschirm- und IT-Arbeitsplätzen spielt die Wahl der geeigneten Büroform eine wichtige Rolle.

2. Einzelbüro

In einem Einzelbüro arbeitet in der Regel nur eine Person.

Vorteile

  • hohe Konzentrationsmöglichkeit
  • geringe Ablenkung durch andere Personen
  • vertrauliche Gespräche sind leichter möglich
  • individuelle Einstellung von Beleuchtung, Temperatur und Arbeitsumgebung
  • gute Bedingungen für Telefonate und Videokonferenzen

Nachteile

  • geringerer persönlicher Austausch mit Kollegen
  • vergleichsweise hoher Flächenbedarf
  • spontane Zusammenarbeit ist schwieriger

Geeignet für
Einzelbüros eignen sich besonders für Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration oder Vertraulichkeit erfordern, beispielsweise:

  • Personalwesen
  • Geschäftsführung
  • Buchhaltung
  • Projektleitung
  • vertrauliche Kundengespräche

3. Mehrpersonenbüro

In einem Mehrpersonenbüro arbeiten meist zwei bis vier Personen gemeinsam in einem Raum.

Vorteile

  • direkter Austausch zwischen Mitarbeitern
  • gegenseitige Unterstützung ist einfach möglich
  • geringerer Flächenbedarf als bei Einzelbüros
  • gute Kommunikation innerhalb kleiner Teams

Nachteile

  • gegenseitige Ablenkung
  • Telefonate können störend wirken
  • unterschiedliche Bedürfnisse bei Temperatur, Licht oder Lüftung
  • geringere Vertraulichkeit

Bedeutung für IT-Arbeitsplätze

Die Arbeitsplätze sollten so angeordnet werden, dass sich Beschäftigte möglichst wenig gegenseitig stören.

Wichtig sind beispielsweise:

  • ausreichender Abstand zwischen den Arbeitsplätzen
  • blendfreie Monitoraufstellung
  • gute Raumakustik
  • sinnvolle Kabelführung
  • ausreichend Steckdosen und Netzwerkanschlüsse

4. Gruppenbüro

Ein Gruppenbüro wird von einer größeren Arbeitsgruppe genutzt. Häufig arbeiten dort etwa fünf bis zehn oder mehr Personen.

Die Mitarbeiter gehören meist organisatorisch zu einem gemeinsamen Bereich oder Team.

Vorteile

  • schnelle Kommunikation
  • gute Zusammenarbeit
  • kurze Informationswege
  • Teamarbeit wird unterstützt

Nachteile

  • höhere Geräuschbelastung
  • häufigere Unterbrechungen
  • geringere Konzentrationsmöglichkeiten
  • Datenschutz kann schwieriger werden

Ergonomische Anforderungen

Besonders wichtig sind:

  • gute Akustik
  • ausreichend große Arbeitsflächen
  • geeignete Beleuchtung
  • ausreichende Bewegungsflächen
  • gute Belüftung
  • gegebenenfalls akustische Trennwände

5. Großraumbüro

Als Großraumbüro bezeichnet man große Büroflächen, auf denen viele Beschäftigte arbeiten. Die Arbeitsplätze können beispielsweise durch Möbel, Pflanzen oder Trennwände voneinander abgegrenzt werden.

Vorteile

  • wirtschaftliche Nutzung großer Flächen
  • flexible Arbeitsplatzgestaltung
  • schnelle Kommunikation
  • gute Möglichkeiten zur Zusammenarbeit

Nachteile

  • hohe Geräuschbelastung
  • häufige Ablenkungen
  • geringe Privatsphäre
  • mögliche Probleme bei Temperatur und Raumklima
  • Telefonate und Videokonferenzen können andere Mitarbeiter stören

Maßnahmen zur Verbesserung
In Großraumbüros können beispielsweise eingesetzt werden:

  • Akustikdecken
  • schallabsorbierende Trennwände
  • Teppichböden
  • Telefonkabinen
  • Besprechungsräume
  • Rückzugsbereiche
  • Noise-Cancelling-Headsets

6. Open-Space-Büro

Das Open-Space-Büro ist eine Weiterentwicklung des klassischen Großraumbüros. Dabei wird die Bürofläche in verschiedene Arbeitszonen unterteilt.

Beispiele:

  • normale Bildschirmarbeitsplätze
  • Besprechungsbereiche
  • Telefonzonen
  • Kreativbereiche
  • Ruhezonen
  • Projektflächen

Die Beschäftigten wählen abhängig von ihrer aktuellen Tätigkeit einen geeigneten Bereich. Vorteile

  • flexible Nutzung der Flächen
  • Unterstützung verschiedener Arbeitsformen
  • Förderung von Kommunikation und Teamarbeit
  • moderne und flexible Arbeitsorganisation

Nachteile

  • hoher Planungsaufwand
  • mögliche Lärmbelastung
  • Regeln zur Nutzung der verschiedenen Bereiche erforderlich
  • nicht für jede Tätigkeit geeignet

7. Kombibüro

Das Kombibüro verbindet Einzelbüros mit gemeinschaftlich genutzten Flächen.
Die Beschäftigten besitzen häufig kleinere Einzelarbeitsräume.

Zusätzlich gibt es gemeinsame Bereiche für:

  • Besprechungen
  • Teamarbeit
  • Pausen
  • Kommunikation

Vorteile
Das Kombibüro verbindet:
Ruhe und Konzentration
mit
Kommunikation und Zusammenarbeit.

Nachteile

  • höherer Flächenbedarf
  • höhere Kosten für Einrichtung und Planung
  • teilweise längere Wege innerhalb des Büros

8. Desk Sharing und Flex Office

Beim Desk Sharing besitzt ein Mitarbeiter keinen dauerhaft zugeordneten Schreibtisch. Die Beschäftigten suchen sich je nach Anwesenheit oder Tätigkeit einen freien Arbeitsplatz. Dieses Konzept wird häufig mit Homeoffice oder mobiler Arbeit kombiniert.

Vorteile

  • geringerer Flächenbedarf
  • flexible Nutzung von Arbeitsplätzen
  • Kosteneinsparungen möglich
  • geeignet bei hoher Homeoffice-Quote

Nachteile

  • tägliche Arbeitsplatzsuche
  • geringe persönliche Gestaltungsmöglichkeiten
  • hygienische Anforderungen
  • technische Ausstattung muss vereinheitlicht werden

Anforderungen an IT-Arbeitsplätze

Desk-Sharing-Arbeitsplätze sollten möglichst einheitlich ausgestattet sein.

Beispielsweise mit:

  • Dockingstation
  • Monitoren
  • Tastatur
  • Maus
  • Netzwerkanschluss
  • Stromversorgung
  • höhenverstellbarem Schreibtisch

Mitarbeiter schließen beispielsweise ihr Notebook an eine Dockingstation an und können den Arbeitsplatz unmittelbar nutzen.

9. Homeoffice

Beim Homeoffice arbeitet der Beschäftigte von zu Hause.
Dabei sollte auch der häusliche Bildschirmarbeitsplatz ergonomisch gestaltet werden.

Ein geeigneter Arbeitsplatz umfasst beispielsweise:

  • ausreichend großen Schreibtisch
  • ergonomischen Bürostuhl
  • geeigneten Monitor
  • separate Tastatur und Maus
  • gute Beleuchtung
  • stabile Internetverbindung

Das dauerhafte Arbeiten ausschließlich mit einem Notebook auf dem Sofa oder am Küchentisch ist ergonomisch ungünstig.

Vorteile

  • keine oder geringere Fahrtzeiten
  • hohe Konzentration möglich
  • flexible Arbeitsorganisation

Nachteile

  • weniger persönlicher Kontakt
  • Gefahr sozialer Isolation
  • Trennung zwischen Arbeit und Privatleben schwieriger
  • technische und datenschutzrechtliche Anforderungen

10. Coworking Space

Ein Coworking Space ist eine gemeinschaftlich genutzte Bürofläche.
Arbeitsplätze oder Büroräume können dort zeitweise genutzt oder gemietet werden.

Typische Nutzer sind:

  • Selbstständige
  • Start-ups
  • Projektmitarbeiter
  • mobile Beschäftigte

Vorteile

  • flexible Nutzung
  • professionelle Infrastruktur
  • Netzwerk- und Kontaktmöglichkeiten
  • keine eigene Bürofläche erforderlich

Nachteile

  • eingeschränkte Privatsphäre
  • mögliche Geräuschbelastung
  • Datenschutz muss besonders berücksichtigt werden
  • Arbeitsplatz kann täglich wechseln

11. Vergleich der Büroformen

Büroform Konzentration Kommunikation Flächenbedarf Störungsrisiko
Einzelbüro sehr gut eher gering hoch gering
Mehrpersonenbüro gut gut mittel mittel
Gruppenbüro mittel sehr gut mittel erhöht
Großraumbüro eher gering sehr gut gering hoch
Open Space abhängig von der Zone sehr gut gering bis mittel mittel
Kombibüro sehr gut gut hoch gering
Desk Sharing abhängig von Gestaltung gut gering mittel
Homeoffice häufig gut gering kein betrieblicher Büroflächenbedarf abhängig von Umgebung

12. Welche Büroform ist die beste?

Eine grundsätzlich „beste“ Büroform gibt es nicht.

Die geeignete Büroform hängt unter anderem ab von:

  • Art der Tätigkeit
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • notwendiger Kommunikation
  • Konzentrationsbedarf
  • Datenschutzanforderungen
  • vorhandener Bürofläche
  • technischen Anforderungen
  • Kosten

Ein Programmierer benötigt beispielsweise häufig längere konzentrierte Arbeitsphasen.
Ein Projektteam dagegen benötigt regelmäßigen Austausch.
Moderne Bürokonzepte versuchen deshalb häufig, unterschiedliche Arbeitsbereiche für unterschiedliche Tätigkeiten bereitzustellen.

Merksatz

Die Büroform muss zur Tätigkeit passen.

Ein ergonomisch guter IT-Arbeitsplatz berücksichtigt deshalb nicht nur
Schreibtisch, Stuhl, Monitor und Eingabegeräte,
sondern auch Lärm, Beleuchtung, Raumklima, Kommunikation, Datenschutz und Arbeitsorganisation.

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