Arbeitsplatzausstattung
Hier die Zusammenfassung aus allen Dokumenten und Präsentationen. Wie üblich findet ihr alle Dokumente im Drive zum nachlesen falls hier Details fehlen. Dann gerne ergänzen:)
1. Arbeitsschutz, Unfallverhütung (DGUV) & Sozialversicherung
1.1 Die fünf Säulen der Sozialversicherung
Das deutsche Sozialversicherungssystem stützt sich auf fünf gesetzliche Säulen:
Krankenversicherung: Absicherung bei Krankheit und Wiederherstellung der Gesundheit.
Pflegeversicherung: Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit
Rentenversicherung: Altersvorsorge und Erwerbsminderungsabsicherung
Arbeitslosenversicherung: Absicherung bei Arbeitslosigkeit und Förderung der Beschäftigung.
Unfallversicherung: Schutz bei Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten.
1.2 Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV / SGB VII)
Zweck: Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren.
Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit mit allen geeigneten Mitteln.
Fokus: Schutz der Arbeitnehmer (im Gegensatz zur Versammlungsstättenverordnung, die primär Besucher
schützt).
Pflichten des Arbeitgebers (z. B. BGV A1):
Erstellung und Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen.
Regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten (mindestens 1× jährlich).
Bereitstellung von Erste-Hilfe-Einrichtungen und Abstimmung beim Einsatz von Fremdbetrieben.
Pflichten der Arbeitnehmer:
Kein Konsum von Alkohol oder Drogen, der die Arbeitssicherheit beeinträchtigt.
Bestimmungsgemäßer Gebrauch der bereitgestellten Persönlichen Schutzausrüstung (PSA).
Unverzügliche Meldung von Unfällen und Gefahrenstellen.
Arbeits- und Wegeunfälle:
Arbeitsunfall: Unfall während einer versicherten Tätigkeit mit kausalem Gesundheitsschaden.
Wegeunfall: Unfall auf dem direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Kurze Unterbrechungen (unter 2
Minuten) sind mitversichert; längere private Unterbrechungen heben den Schutz auf. Unfälle müssen innerhalb
von maximal 3 Tagen gemeldet werden.
2. Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) & Gefährdungsbeurteilung
2.1 Rangfolge der Schutzmaßnahmen: Das STOP-Prinzip
Bei der Behebung von Gefährdungen gilt eine verbindliche Hierarchie:
S – Substitution: Gefahrenquelle nach Möglichkeit komplett ersetzen oder eliminieren.
T – Technische Maßnahmen: Bauliche oder technische Schutzvorrichtungen installieren (z. B. Absaugungen, Schutzabdeckungen).
O – Organisatorische Maßnahmen: Abläufe anpassen (z. B. Arbeitszeitbeschränkungen, Schichtwechsel,
Unterweisungen).
2.2 Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG)
Das zentrale Instrument zur Ermittlung von Physischen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Das Risiko
ergibt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenausmaß.
Risikowert Kategorie / Einstufung Erforderliche Maßnahme
1 – 3 Geringes Risiko Akzeptierbares Restrisiko, keine unmittelbare Maßnahme.
4 – 6 Mäßiges Risiko Personenbezogene Maßnahmen prüfen/umsetzen.
7 – 10 Erhöhtes Risiko Organisatorische und personenbezogene Maßnahmen erforderlich.
11 – 13 Hohes Risiko Technische und organisatorische Maßnahmen vorrangig.
14 – 16 Kritisches Risiko Sofortige technische Maßnahmen zwingend erforderlich.
2.3 Rollen & Verantwortliche im Arbeitsschutz
Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa / FaSi): Speziell ausgebildete Person zur strategischen Beratung des
Arbeitgebers (§ 5 ASiG). Erfordert eine Sachkundeprüfung (kein eigener Ausbildungsberuf).
Sicherheitsbeauftragter (SiBe): Ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter im Betrieb, der Kollegen im Alltag auf sicheres
Verhalten aufmerksam macht.
2.4 Kennzeichnung nach Sicherheits- und Gesundheitsschutz (BGV A8)
Kategorie Erscheinungsbild Bedeutung / Beispiel
Verbotszeichen = Roter Rand, roter Querbalken, weißes Feld, schwarzes Symbol = Verbot bestimmter Verhaltensweisen (z. B. Rauchen verboten)
Warnzeichen = Gelbes Dreieck mit schwarzem Rand und schwarzem Symbol = Warnung vor Gefahren (z. B. Explosionsgefahr,
Giftstoffe, Laser)
Gebotszeichen = Blaue Kreisscheibe mit weißem Symbol = Vorgeschriebenes Verhalten (z. B. Gehörschutz tragen, Helm tragen)
Brandschutzzeichen = Rotes Quadrat mit weißem Symbol = Standorte von Brandschutzeinrichtungen (z. B.Feuerlöscher, Löschdecke)
Rettungszeichen = Grünes Quadrat/Rechteck mit weißem Symbol = Fluchtwege, Erste Hilfe, Sammelstellen
3. Spezifische Vorschriften: Elektrik & Veranstaltungsstätten
3.1 Elektrische Betriebsmittel & Anlagen (BGV A3 / V3)
Regelwerk:
Das technische Regelwerk wird wesentlich durch die VDE-Bestimmungen vorgegeben.
Fachpersonal: Arbeiten, Prüfungen und Instandhaltungen dürfen grundsätzlich nur durch eine qualified
Elektrofachkraft oder unter deren Leitung durchgeführt werden.
Festgelegte Tätigkeiten: Erlaubt bis max. 1.000 V AC / 1.500 V DC im absolut freigeschalteten Zustand nach
entsprechender Qualifikation.
3.2 Veranstaltungsstätten (BGV C1)
Absturzsicherung: Bereits ab einer Absturzhöhe von 1 m sind geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich.
Eigensicherung von Lasten: Aufgehängte Arbeitsmittel (z. B. Scheinwerfer, Lautsprecher) müssen durch zwei unabhängig voneinander wirkende Einrichtungen gegen Herabfallen gesichert werden (z. B. Primärbefestigung plus mobiles Safety-Fangseil).
4. Ergonomie & Arbeitsplatzgestaltung
4.1 Grundsätze der Ergonomie
Ergonomie hat das Ziel, die Arbeitsbedingungen optimal an die physischen und psychischen Voraussetzungen des
Menschen anzupassen.
Raumtemperatur (ASR A3.5): Mindestens 20 °C bei leichter Büroarbeit. Die Höchsttemperatur sollte grundsätzlich
26 °C nicht überschreiten. Ab 35 °C ist ein Raum ohne Spezialmaßnahmen nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.
Bildschirmarbeitsplatz: Der Blick sollte leicht nach unten gerichtet sein, um Nackenverspannungen zu vermeiden.
Optimaler Sehabstand: 50 – 80 cm. Tageslicht sollte vorzugsweise von der Seite einfallen.
4.2 Clean-Desk- & Clean-Screen-Prinzip
Clean Desk: Arbeitsflächen frei von unnötigen Papieren halten. Vertrauliche Dokumente bei Verlassen des Arbeitsplatzes verschließen.
Clean Screen: Automatische Bildschirmsperre beim Verlassen des Platzes aktivieren, Schutz vor Blicken Dritter gewährleisten und keine Passwörter in Sichtweite aufbewahren.
5. Betriebliche Organisation & Wirtschaftskennzahlen
5.1 Aufbauorganisation
Einliniensystem: Eindeutige Dienstwege und klare Zuständigkeiten. Nachteile sind lange Kommunikationswege.
Stabliniensystem: Liniensystem ergänzt um beratende Stabstellen ohne direkte Weisungsbefugnis.
Mehrlinien- / Matrixorganisation: Mehrfachunterstellung mit hoher Flexibilität, birgt jedoch Risiko für Kompetenzkonflikte.
Sparten- / Projektorganisation: Ausrichtung nach Objektgruppen, Märkten oder zeitlich befristeten Projekten.
5.2 Wirtschaftskennzahlen
6. IT-Hardware & ESD-Schutz
6.1 Zentrale Hardware-Komponenten
CPU (Central Processing Unit): Hauptprozessor und zentrale Recheneinheit.
GPU (Graphics Processing Unit): Grafikprozessor zur Errechnung visueller Daten.
RAM (Random Access Memory): Flüchtiger Arbeitsspeicher für laufende Prozesse.
SSD / HDD: Nicht-flüchtiger Massenspeicher für Daten und Betriebssystem.
Mainboard / Motherboard: Zentrale Platine zur Verbindung aller Komponenten.
PSU (Power Supply Unit): Netzteil zur Stromversorgung.
BIOS / UEFI: Firmware zur Initialisierung der Hardware beim Start.
6.2 ESD-Schutz (Electrostatic Discharge)
Schutz empfindlicher elektronischer Bauteile vor Zerstörung oder unsichtbarer Vorschädigung durch elektrostatische
Entladungen.
Maßnahmen:
Verwendung von Antistatik-Armbändern,
geerdeten ESD-Matten,
passender Bekleidung/Schuhen
sowie Transport in antistatischen Schutzhüllen (Shielding Bags).